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Was kostet Odoo? Tarife, Lizenz und Gesamtbudget

Odoo veröffentlicht seine Preise offen, doch der Abonnementpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Hier lesen Sie, was Odoo kostet, was dazukommt und wie Sie ein Angebot prüfen.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026

Wer in Österreich nach dem Odoo Preis sucht, stößt auf eine ungewohnte Situation: Anders als bei vielen ERP-Anbietern veröffentlicht Odoo seine Tarife auf der eigenen Website. Das schafft Transparenz, beantwortet die Budgetfrage aber nur zur Hälfte. Der Tarif von Odoo deckt die Software ab. Die Einführung, die Anpassung an Ihre Abläufe und der laufende Betrieb sind eigene Posten.

Diese Seite trennt beides sauber: zuerst die veröffentlichten Preise samt Lizenzmodell, dann die Kosten rund um die Software, schließlich die Frage, wie Sie ein Angebot lesen und das Budget steuern. Die Beträge stammen von der Odoo-Preisseite und wurden zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Seite (Oktober 2026) gelesen.

Wie Odoo Lizenzen berechnet

Odoo arbeitet mit einem Abonnement pro Benutzer und Monat. Einen klassischen Kauf mit einmaliger Lizenzgebühr (perpetual) sehen die veröffentlichten Formeln nicht vor. Für die Planung heißt das: Die Software ist eine laufende Betriebsausgabe, keine Anschaffung, die Sie einmal bilanzieren. Besprechen Sie die steuerliche und bilanzielle Behandlung mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater.

Zwei Eigenheiten fallen auf:

  • Alle Anwendungen sind in den bezahlten Formeln enthalten. Es gibt kein Preismodell pro Modul, wie man es von anderen Produkten kennt. Sie zahlen nicht extra für Lager, CRM oder Buchhaltung, sondern für die Zahl der Benutzer. Welche Module Sie tatsächlich brauchen, beschreibt die Seite zu den Odoo-Modulen.
  • Gezählt werden Benutzer mit Zugriff auf das Backend. Portalbenutzer, also Ihre Kunden oder Lieferanten, die sich zum Beispiel Rechnungen ansehen, gelten nicht als zahlende Benutzer.

Dazu kommt ein Detail, das bei Budgetplänen oft untergeht: Der günstigere Jahrespreis ist eine Aktion, die laut Odoo zwölf Monate gilt und nur für die Benutzer, die zu Beginn bestellt wurden. Für später hinzugefügte Benutzer greift diese Ermäßigung nicht. Wer das Team im zweiten Jahr vergrößert, rechnet also mit einem höheren Satz je zusätzlichem Platz.

Die Odoo-Formeln im Überblick

Odoo bietet auf der Website drei Formeln an. Die folgenden Beträge sind Euro-Preise je Benutzer und Monat, abgelesen von der Preisseite.

Formel Jährliche Bindung Monatliche Zahlung Anwendungen Hosting
One App Free 0 € 0 € eine Anwendung (plus Abhängigkeiten), unbegrenzt viele Benutzer Odoo Online
Standard 24,90 € (Ermäßigung gegenüber 31,10 €, zwölf Monate) 19,90 € alle Anwendungen Odoo Online
Custom 44,90 € (Ermäßigung gegenüber 56,90 €, zwölf Monate) 35,90 € alle Anwendungen plus Studio, Multi-Company, externe API, Agentic AI Odoo Online, Odoo.sh oder auf eigenem Server

Außerdem führt Odoo einen Light User mit 7,90 € pro Monat. Diese Option ist Teil der Formel Custom, und die Details bespricht Odoo laut Preisseite in einem Termin mit einer Beraterin oder einem Berater. Sie lohnt sich für Personen, die nur punktuell mit dem System arbeiten.

Wichtig: Währung, Region und Datum

Die Preisseite zeigt je nach Region unterschiedliche Beträge. Eine Suche auf derselben Website lieferte zum Beispiel Dollar-Preise, die von den Euro-Preisen abweichen. Beim Vergleich von Angeboten gilt deshalb: Notieren Sie Währung, Region und Abfragedatum. Ein Angebot, das auf einer Preisliste aus einem anderen Land beruht, ist nicht ohne Weiteres mit Ihrem österreichischen Angebot vergleichbar. Für verbindliche Zahlen zählt immer das schriftliche Angebot Ihres Dienstleisters oder von Odoo selbst.

Was die Formel Custom wirklich auslöst

Der Sprung von Standard zu Custom passiert schneller, als viele erwarten. Laut Odoo kippt eine kostenlose Datenbank in die Formel Custom, sobald Studio installiert oder eine weitere Gesellschaft angelegt wird. Wer mehrere Gesellschaften führt, etwa eine Holding mit Tochterbetrieben in verschiedenen Bundesländern, braucht Custom ohnehin. Das gilt auch, wenn Sie Odoo auf einem eigenen Server oder auf Odoo.sh betreiben wollen: Beides ist nur mit Custom möglich.

Rechnen Sie daher Ihr Szenario mit beiden Formeln durch, bevor Sie sich auf einen Preis festlegen.

Community und Enterprise: Lizenz statt Preisschild

Neben den Formeln gibt es zwei Editionen. Das ist ein Lizenzthema, kein Tarifthema:

  • Community ist Open Source. Odoo 19 Community steht unter der LGPLv3. Sie zahlen keine Lizenzgebühr, betreiben und pflegen das System aber selbst oder lassen es von einem Dienstleister betreuen.
  • Enterprise steht unter der „Odoo Enterprise Edition License v1.0". Sie darf nur mit einem gültigen Enterprise-Abonnement für die passende Benutzerzahl genutzt werden. Die Edition bringt unter anderem KI-gestützte Rechnungsautomatisierung, erweiterte Fertigungsfunktionen (Shopfloor, Kontrollzentrum, Planung), Studio und den Außendienst (Field Service).

Odoo beschreibt Community als Grundlage, auf der Enterprise aufbaut, und nennt einen Wechsel zwischen den Editionen jederzeit als möglich. Das nimmt dem Einstieg das Risiko, ersetzt aber keine saubere Planung. Mehr zu den Unterschieden finden Sie unter Odoo Versionen und Editionen.

Für österreichische Betriebe hat die Entscheidung eine praktische Seite: Gesetzliche Anforderungen wie die E-Rechnung oder die Anbindung einer Registrierkasse nach RKSV hängen am Funktionsumfang, an Zusatzmodulen und an der Einrichtung durch den Integrator, nicht allein an der Edition. Klären Sie diese Punkte vor der Lizenzentscheidung, nicht danach.

Hosting: Wo Ihre Daten liegen, bestimmt die Kosten mit

Odoo kann auf drei Arten betrieben werden. Jede hat andere Folgen für Preis und Verantwortung.

Betriebsart Eigenschaften Für wen sinnvoll
Odoo Online (SaaS) Hosting und Versionswechsel übernimmt Odoo; nur Standardanwendungen, keine Drittmodule, kein geänderter Code Betriebe mit weitgehend standardnahen Prozessen
Odoo.sh (PaaS) Offizielle Cloud-Plattform für eigenen Code: GitHub-Anbindung, Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung, SSH-Zugang, automatische Sicherungen Betriebe mit individueller Entwicklung, die sich keinen eigenen Server leisten wollen
Auf eigenem Server (on-premise) Volle Kontrolle und volle Verantwortung für Wartung, Sicherungen und Datensicherheit; Drittmodule möglich Betriebe mit besonderen Vorgaben an den Datenstandort oder die IT-Infrastruktur

Bei Odoo.sh und beim eigenen Server gilt: Die Kosten der Plattform sind in der Formel Custom nicht enthalten. Auf der anderen Seite nennt Odoo für die Formeln Sicherungen täglich auf zwei Kontinenten und eine Überwachung rund um die Uhr. Ein Dienstleister aus Österreich kann zudem eigene Hosting-Lösungen anbieten, etwa in einer privaten Cloud. Einzelheiten und Abwägungen finden Sie unter Odoo Cloud und Hosting.

Ein kleiner Bonus am Rande: Datenbanken auf Odoo Online erhalten für ein Jahr einen eigenen Domainnamen ohne Aufpreis.

Was zum Abonnement dazukommt

Der Abonnementpreis ist der sichtbare Teil. Laut Odoo sind Implementierungsleistungen, In-App-Käufe und die Wartung von individuell erstelltem Code nicht inbegriffen. Das entspricht der Erfahrung aus den meisten ERP-Projekten: Die Software ist selten der größte Posten.

Kostenblock Was dahintersteckt Worauf Sie achten sollten
Einführung und Konfiguration Analyse, Einrichtung der Module, Tests, Go-live-Begleitung Umfang und Abnahmekriterien schriftlich festhalten; siehe Odoo Einführung
Datenübernahme Stammdaten, offene Posten, Lagerbestände aus dem Altsystem Wer bereinigt die Daten, Sie oder der Integrator? Siehe Odoo Migration
Individualentwicklung Zusatzfunktionen, die der Standard nicht abdeckt Jede Abweichung erzeugt Folgekosten bei Updates; siehe Individualentwicklung
Schnittstellen Anbindung von Shop, Bank, Steuerberater-Software oder Branchenlösung Pflege und Zuständigkeit klären; siehe Odoo Schnittstellen
Schulung Einweisung der Anwender und der Schlüsselpersonen Zeit Ihrer Mitarbeitenden einplanen, siehe Odoo Schulung
Support und Wartung Fehlerbehebung, Anpassung nach Versionswechseln, Betreuung Reaktionszeiten und Leistungsumfang vertraglich fixieren; siehe Support und Wartung

Die interne Arbeitszeit taucht in keinem Angebot auf, kostet aber real. Fachabteilungen müssen Prozesse beschreiben, testen und entscheiden. Wer das unterschätzt, verlängert das Projekt und damit die Rechnung des Integrators.

Österreichische Besonderheiten im Budget

Ein Odoo-Projekt in Österreich hat Kostentreiber, die in internationalen Preislisten nicht stehen:

  • E-Rechnung und Belegfluss: Wenn Ausgangs- und Eingangsrechnungen künftig elektronisch und strukturiert laufen, ist die Einrichtung ein eigener Arbeitsschritt. Einen Überblick gibt die Seite zur E-Rechnung im ERP.
  • Registrierkasse: Betriebe mit Barumsätzen, etwa im Handel oder in der Gastronomie, müssen die Kassenlösung in den Ablauf einbinden.
  • Zusammenarbeit mit dem Steuerberater: Viele österreichische KMU übergeben ihre Buchungsdaten an eine Steuerkanzlei, die oft mit BMD arbeitet. Die Schnittstelle zwischen Odoo und der Kanzlei-Software ist deshalb ein fester Budgetposten. Wie sich Odoo zu diesem Umfeld verhält, zeigt der Blick auf Odoo in Österreich.
  • Lohn und Personal: Die österreichische Lohnverrechnung folgt eigenen Regeln. Wenn Sie sie im ERP abbilden wollen, rechnen Sie den Aufwand getrennt, siehe Lohn und Personal in Odoo.

Wo sich Ihr Betrieb befindet, spielt für den Preis der Software keine Rolle, wohl aber für die Verfügbarkeit von Integratoren in der Nähe, etwa in Wien, der Steiermark oder in Tirol.

So lesen Sie ein Angebot eines Integrators

Ein Angebot für ein Odoo-Projekt besteht in der Regel aus mehreren Teilen. Prüfen Sie jeden getrennt:

  1. Lizenzanteil. Welche Formel, wie viele Benutzer, welche Bindung? Stimmt das mit Ihrer tatsächlichen Nutzerzahl überein, einschließlich der Personen, die nur gelegentlich arbeiten?
  2. Dienstleistungsanteil. Festpreis oder nach Aufwand? Bei Aufwand: Welcher Tagessatz gilt, und gibt es eine Obergrenze oder zumindest eine regelmäßige Meldung des Verbrauchs?
  3. Leistungsbeschreibung. Sind Prozesse, Schnittstellen und Datenübernahmen einzeln benannt? Ein Angebot, das nur „Einführung Odoo" nennt, lässt sich nicht vergleichen.
  4. Annahmen und Ausschlüsse. Was setzt der Anbieter voraus, etwa saubere Daten, ein Ansprechpartner pro Bereich oder bereitgestellte Testumgebungen? Wer diese Annahmen verfehlt, löst Nachträge aus.
  5. Betrieb nach dem Go-live. Wer betreut das System, zu welchen Bedingungen, und was kostet ein Versionswechsel?

Aus diesen Punkten lässt sich ein belastbarer Vergleich bauen. Wie Sie dafür den passenden Partner finden, erklärt die Seite Odoo-Integrator wählen. Vor dem Angebot hilft ein Lastenheft, das Ihre Anforderungen festschreibt: ERP-Lastenheft.

Das Budget steuern: sechs Hebel

Ein ERP-Budget gerät selten wegen der Lizenz aus dem Ruder. Die wirksamen Hebel liegen im Projekt:

  • Standard vor Anpassung. Prüfen Sie jede gewünschte Abweichung: Lässt sich der Prozess an den Standard anpassen? Jede Individualentwicklung verursacht Kosten bei Einführung und bei späteren Updates.
  • In Phasen einführen. Starten Sie mit den Bereichen, die den größten Nutzen bringen, und erweitern Sie danach. So fällt jede Entscheidung auf Basis echter Erfahrung.
  • Benutzerzahl realistisch halten. Portalbenutzer sind nicht kostenpflichtig, und für Gelegenheitsnutzer gibt es die Light-User-Option. Zählen Sie vor der Bestellung, wer wirklich im Backend arbeitet.
  • Hosting früh entscheiden. Wer erst im Projekt merkt, dass er Odoo.sh oder einen eigenen Server braucht, wechselt in die Formel Custom und damit in einen anderen Preis.
  • Datenqualität vorher klären. Eine saubere Migration spart Aufwand beim Integrator.
  • Reserve einplanen. Rechnen Sie mit einem Puffer für Änderungswünsche, die sich erst in den Tests zeigen.

Grundsätzliche Überlegungen zu Gesamtkosten, die für jedes System gelten, finden Sie in unserem Ratgeber ERP-Kosten. Wenn Sie Odoo mit anderen Systemen vergleichen, hilft Odoo gegen Business Central.

Wenn Odoo nicht zum Budget passt

Manchmal ergibt die Rechnung, dass ein anderes System besser zu Ihrem Betrieb passt, etwa weil die Branche eine spezialisierte Lösung verlangt oder weil Ihre Steuerkanzlei eng mit einem österreichischen Produkt arbeitet. Auch dazu gibt es neutrale Orientierung: Alternativen zu Odoo und der Überblick über BMD.

So erhalten Sie belastbare Zahlen

Der Odoo Preis ist öffentlich, das Projektbudget nicht. Es entsteht erst, wenn ein Integrator Ihre Prozesse kennt. Genau dafür gibt es unser Anfrageformular: Sie beschreiben Ihr Vorhaben, wir vermitteln Sie kostenlos an einen passenden Integrator, der Ihnen ein konkretes Angebot macht. Wie das abläuft, steht unter So funktioniert es. Wir sind mit keinem Softwarehersteller verbunden, und das Projekt führt allein der Integrator durch.

Häufige Fragen

Was kostet Odoo pro Benutzer?

Auf der Preisseite von Odoo kostet die Formel Standard 24,90 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Bindung und 19,90 € bei monatlicher Zahlung. Die Formel Custom liegt bei 44,90 € beziehungsweise 35,90 €. Die Beträge hängen von der angezeigten Region ab, prüfen Sie daher Währung und Datum der Abfrage.

Gibt es Odoo kostenlos?

Ja, die Formel One App Free kostet 0 €. Sie umfasst eine einzige Anwendung samt Abhängigkeiten, läuft auf Odoo Online und erlaubt unbegrenzt viele Benutzer. Für einen echten ERP-Einsatz mit mehreren Bereichen reicht sie meist nicht, als Einstieg oder Test ist sie aber sinnvoll.

Welche Kosten kommen zum Odoo-Abonnement hinzu?

Implementierungsleistungen, In-App-Käufe und die Wartung von individuell programmiertem Code sind laut Odoo nicht im Abonnement enthalten. Dazu kommen je nach Projekt Datenübernahme, Schnittstellen, Schulung und gegebenenfalls Hosting-Kosten, etwa bei Odoo.sh.

Ist Odoo Community wirklich gratis?

Odoo 19 Community steht unter der Lizenz LGPLv3 und kann ohne Lizenzgebühr genutzt werden. Betrieb, Updates, Sicherheit und Support müssen Sie dann selbst oder über einen Dienstleister organisieren. Die Enterprise-Funktionen sind darin nicht enthalten.

Wie halte ich das Budget für ein Odoo-Projekt im Griff?

Legen Sie den Umfang schriftlich fest, bevor Sie Angebote einholen, und vergleichen Sie mindestens zwei Angebote auf derselben Grundlage. Lassen Sie Festpreis- und Aufwandsanteile getrennt ausweisen und planen Sie die Phasen so, dass Sie nach jeder Phase entscheiden können.

Quellen

  1. Odoo – Preise
  2. Odoo – Preise (Deutschland)
  3. Odoo 19 – Lizenzen
  4. Odoo – Editionen
  5. Odoo – Hosting-Arten
  6. Odoo 19 – Odoo.sh

Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.