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Odoo CRM und Vertrieb: vom Lead bis zur Rechnung

Mit Odoo CRM führen Sie Leads, Angebote, Aufträge und Rechnungen auf einer gemeinsamen Datenbasis. Wir zeigen, was Odoo im Vertrieb abdeckt, wann ein externes CRM passt und welche Kennzahlen zählen.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026

Wer in Österreich nach CRM Odoo sucht, will meist zweierlei wissen: Reicht das integrierte CRM für unseren Vertrieb, und wie weit trägt es von der ersten Anfrage bis zur bezahlten Rechnung? Dieser Beitrag erklärt, was Odoo Vertrieb abdeckt, wo die Grenzen liegen und worauf Sie bei der Einführung achten sollten. Ihr Ziel dabei: ein Vertriebsprozess, der Ihrem Alltag im Betrieb entspricht und nicht umgekehrt.

Was Odoo im Vertrieb abdeckt

Die Dokumentation von Odoo 19 ordnet die Anwendungen in Kategorien. Die Kategorie Vertrieb umfasst CRM, Angebote und Aufträge, Kassensystem (Point of Sale), Abonnements und Vermietung. Das ist der Kern dessen, was man unter Odoo Vertrieb versteht.

Der Vorteil gegenüber einer Einzellösung liegt in der gemeinsamen Datenbasis: Der Kunde, den Ihr Außendienst als Lead anlegt, ist derselbe Kunde, dem später die Rechnung gestellt wird. Die Buchhaltung, das Lager und der Kundendienst sehen dieselben Stammdaten. Doppelte Erfassung und manuelle Übergaben zwischen Tabellen entfallen.

Vertriebsschritt Typische Odoo-Anwendung Was Sie damit klären
Interessent erfassen CRM Wer fragt an, über welchen Kanal, mit welchem Bedarf?
Chance bewerten CRM (Pipeline) In welcher Phase steht die Chance, wer ist zuständig?
Angebot erstellen Angebote und Aufträge Preise, Rabatte, Konditionen, Gültigkeit
Auftrag bestätigen Angebote und Aufträge Lieferung, Termine, Zahlungsbedingungen
Wiederkehrende Leistungen Abonnements Laufzeiten, Verlängerungen, Fakturierung
Kundenanfragen nach dem Kauf Assistenz (Helpdesk) Tickets, Zuständigkeiten, Reaktionszeiten

Leads und Opportunities: die Pipeline im Alltag

Im Odoo CRM durchläuft eine Anfrage typischerweise zwei Stufen: zuerst als Lead, dann als Opportunity, sobald der Bedarf konkret genug ist. Die Opportunities liegen in einer Pipeline mit Phasen, die Sie an Ihren Vertriebsprozess anpassen. Ein Maschinenbauer in der Steiermark hat andere Phasen als ein Dienstleister in Wien: Für den einen zählen Machbarkeitsprüfung und technische Klärung, für den anderen Erstgespräch und Pitch.

Wichtig für den Start ist weniger die Technik als die Disziplin. Legen Sie vorab fest:

  • Wann ist ein Lead qualifiziert? Ohne klare Regel füllt sich die Pipeline mit Kontakten ohne Kaufabsicht.
  • Welche Phasen gibt es wirklich? Weniger Phasen, die jeder gleich versteht, schlagen eine perfekte Theorie.
  • Wer pflegt was? Wenn Außendienst und Innendienst nicht wissen, wer die Chance weiterbewegt, bleibt sie liegen.
  • Wie gehen verlorene Chancen in die Auswertung ein? Der Verlustgrund ist oft die lehrreichste Information.

Angebote, Aufträge, Preise und Rabatte

Aus einer Opportunity wird in Odoo direkt ein Angebot. Position für Position übernehmen Sie Artikel aus dem Produktstamm, Preise und Rabatte folgen Ihren Regeln. Nach der Zusage des Kunden wird das Angebot zum Auftrag; von dort laufen Lieferung und Fakturierung weiter. Wie der Warenfluss danach aussieht, beschreibt unser Beitrag zu Lager und Einkauf in Odoo.

Gerade im Mittelstand entscheidet die Preislogik darüber, ob die Einführung gelingt. Prüfen Sie früh:

  1. Gibt es Staffelpreise, Kundengruppen oder Rahmenverträge?
  2. Wer darf Rabatte gewähren, und bis zu welcher Grenze braucht es eine Freigabe?
  3. Gelten für Händler und Endkunden unterschiedliche Preislisten?
  4. Wie werden Sonderkonditionen dokumentiert, damit sie bei der Rechnung nicht vergessen werden?

Diese Fragen sind keine Eigenheit von Odoo, sie gelten für jedes ERP. Ein guter Integrator stellt sie im Scoping, bevor das erste Angebotsformular gebaut wird. Wie man einen solchen Partner findet, lesen Sie unter Odoo-Integrator wählen.

Von der Bestellung zur Rechnung

Der Übergang vom Auftrag zur Rechnung ist der Punkt, an dem Vertrieb und Rechnungswesen zusammenkommen. In Österreich kommt hier ein weiterer Faktor dazu: die E-Rechnung. Wenn Ihre Kunden aus dem öffentlichen Bereich oder aus größeren Unternehmen strukturierte Rechnungen erwarten, muss Ihr Vertriebsprozess die dafür nötigen Daten bereits erfassen, etwa Referenzen, Bestellnummern und Empfängerangaben. Was dahintersteht, erläutert unser Beitrag zur E-Rechnung in Österreich.

Auch Ihr Steuerberater hat hier ein Wort mitzureden. Viele österreichische KMU führen die Buchhaltung gemeinsam mit der Kanzlei, manche arbeiten dort mit BMD. Klären Sie vor dem Start, wer welche Daten bekommt und in welchem Format, und wie Odoo mit der bestehenden Lösung der Kanzlei zusammenspielt. Die Buchhaltungsseite behandelt Odoo Buchhaltung und Finanzen; die Anbindung an Fremdsysteme finden Sie unter Schnittstellen zu Odoo.

Wer im Handel mit Barverkauf arbeitet, denkt zusätzlich an die Registrierkassenpflicht. Odoo führt ein Kassensystem in der Kategorie Vertrieb; ob und wie Ihre Kassenlösung die Anforderungen der RKSV erfüllt, sollten Sie ausdrücklich mit dem Integrator abklären. Hintergrund bietet der Beitrag zur Registrierkassenpflicht.

Abonnements und wiederkehrende Umsätze

Odoo bietet in der Kategorie Vertrieb eine Anwendung für Abonnements. Sie ist relevant für alle, die regelmäßig abrechnen: Wartungsverträge, Software-Lizenzen, Servicepakete, Mitgliedschaften. Entscheidend ist hier, wie Sie Laufzeiten, Verlängerungen und Preisanpassungen im Vertrag abbilden. Auch das ist zuerst eine Prozessfrage und dann eine Konfigurationsaufgabe.

Neben Abonnements führt die Kategorie auch die Vermietung. Für Betriebe, die Geräte oder Maschinen vermieten, ist das ein Grund, den Vertrieb nicht isoliert, sondern gemeinsam mit Lager und Rechnung zu betrachten.

Kundendienst und Marketing im Zusammenhang

Nach dem Verkauf beginnt die Kundenbeziehung erst richtig. Die Kategorie Services in Odoo enthält Projekt, Zeiterfassung, Außendienst, Planung und eine Assistenz-Anwendung (Helpdesk). Wer Garantiefälle, Rückfragen oder Wartungstermine im selben System bearbeitet, sieht die gesamte Kundenhistorie an einem Ort: Angebote, Aufträge, Rechnungen und Tickets.

Auch das Marketing hat in der Dokumentation eine eigene Kategorie. Der Nutzen für Sie: Kampagnen, die Leads erzeugen, lassen sich im Idealfall mit der Pipeline verknüpfen, sodass Sie später sehen, welche Maßnahme Aufträge gebracht hat. Welche Marketing-Anwendungen Ihr Projekt konkret braucht, hängt vom Umfang ab; eine Übersicht liefert der Beitrag zu den Odoo-Modulen.

CRM nativ oder externes CRM anbinden?

Das integrierte Odoo CRM ist die naheliegende Wahl, wenn Sie neu starten oder Ihre bisherige Lösung ohnehin ablösen. Es spart Schnittstellen, weil CRM, Angebot, Auftrag und Rechnung in einem System liegen.

Ein externes CRM kann dagegen sinnvoll sein, wenn:

  • Ihr Vertrieb ein spezialisiertes Werkzeug seit Jahren täglich nutzt und stark daran hängt,
  • Marketing und Vertrieb bereits auf einer anderen Plattform zusammenarbeiten,
  • Konzernvorgaben ein bestimmtes CRM verlangen.

In diesem Fall steht die Anbindung im Mittelpunkt. Bei Odoo gehört der externe API-Zugriff zur Formel Custom, die laut Odoo außerdem Odoo Studio, die agentische KI und den Mehrgesellschaftsbetrieb enthält. Das ist keine kleine Entscheidung, weil sie sich auf die Lizenzkosten auswirkt. Welche Schnittstellen realistisch sind, bespricht ein Integrator; mehr dazu unter Schnittstellen zu Odoo.

Was kostet Odoo Vertrieb?

Konkrete Projektkosten hängen von Umfang, Anpassungen und Benutzerzahl ab; hier gilt: Lassen Sie sich nie eine Zahl ohne Scoping nennen. Für die Lizenzseite nennt Odoo diese Eckpunkte:

Formel Preis laut Odoo Besonderheiten
One App Free 0 EUR Eine Anwendung samt Abhängigkeiten, unbegrenzt Benutzer, Odoo Online
Standard 24,90 EUR pro Benutzer und Monat (Aktionspreis, regulär 31,10 EUR, 12 Monate für anfangs bestellte Benutzer) Alle Anwendungen, Odoo Online
Custom 44,90 EUR pro Benutzer und Monat (Aktionspreis, regulär 56,90 EUR, 12 Monate) Odoo Online, Odoo.sh oder On-Premise; Odoo.sh-Kosten nicht enthalten

Dazu kommt ein Light-Benutzer zu 7,90 EUR im Monat, der laut Odoo im Gespräch mit einem Berater vereinbart wird. Wichtig für Vertriebsteams: Bezahlte Benutzer sind jene mit Backend-Zugriff, Kunden im Portal zählen nicht dazu. Eine ausführlichere Betrachtung bietet der Beitrag zu den Odoo-Preisen.

Kennzahlen, die Sie im Vertrieb verfolgen sollten

Ein CRM ist erst dann nützlich, wenn es Entscheidungen unterstützt. Starten Sie mit wenigen Kennzahlen, die Ihr Team versteht:

  • Pipeline-Wert je Phase: Wo staut sich der Vertrieb?
  • Abschlussquote je Quelle: Welcher Kanal liefert Aufträge, nicht nur Anfragen?
  • Durchlaufzeit vom Lead zum Auftrag: Wie schnell reagieren Sie?
  • Verlustgründe: Preis, Zeitpunkt, Wettbewerber oder Funktionsumfang?
  • Offene Angebote ohne Nachfassen: Welche Chancen werden vergessen?
  • Wiederkehrender Umsatz: Wie entwickeln sich Abonnements und Verlängerungen?

Verzichten Sie anfangs auf Auswertungen, die niemand liest. Jede zusätzliche Kennzahl verlangt Datenpflege; ohne sie sind die Zahlen unbrauchbar.

So gehen Sie vor

Ein Vertriebsprojekt mit Odoo gelingt am ehesten, wenn Sie klein und konkret beginnen:

  1. Ist-Prozess beschreiben: Wie läuft heute eine Anfrage bis zur Rechnung, und wo gehen Informationen verloren?
  2. Pflichtenheft kurz halten: Nur die Vertriebsfunktionen, die Sie wirklich brauchen. Eine Vorlage hilft beim Lastenheft für ein ERP.
  3. Pilotgruppe wählen: Ein kleines Team startet, der Rest folgt, sobald Pipeline und Angebotsvorlagen sitzen.
  4. Daten bereinigen: Doppelte Kunden und veraltete Kontakte vor dem Import entfernen. Siehe Migration zu Odoo.
  5. Schulen: Ein CRM lebt von der Nutzung. Planen Sie Schulungen für Odoo ein, bevor das System in Betrieb geht.

Wie das Gesamtprojekt abläuft, beschreibt die Odoo-Einführung. Wenn Sie mehrere ERP-Systeme vergleichen, hilft Ihnen der Beitrag Odoo oder Business Central.

Lassen Sie sich passende Integratoren vermitteln

Wir sind kein Odoo-Partner und setzen keine Projekte um. Wir vermitteln Ihnen kostenlos einen Integrator, der zu Ihrem Vertriebsprozess, Ihrer Branche und Ihrer Region passt. Sie schildern Ihren Bedarf, der Integrator liefert Konzept und Angebot. So funktioniert es.

Häufige Fragen

Ist das Odoo CRM ein vollwertiges CRM oder nur ein Zusatz zum ERP?

Odoo führt CRM als eigene Anwendung in der Kategorie Vertrieb, neben Angeboten und Aufträgen, Abonnements und Vermietung. Für Pipeline, Angebot und Auftrag im Mittelstand reicht das in vielen Fällen aus. Wenn Ihr Vertrieb sehr spezielle Prozesse oder ein bereits etabliertes CRM hat, lohnt sich vorab ein Abgleich mit einem Integrator.

Kann ich Odoo Vertrieb ohne die übrigen Module nutzen?

Ja, grundsätzlich lassen sich Anwendungen einzeln einführen. Die kostenlose Formel „One App Free“ umfasst eine Anwendung samt ihrer Abhängigkeiten, mit unbegrenzten Benutzern und Hosting bei Odoo Online. Ob Angebot, Auftrag und Rechnung ohne weitere Module sinnvoll laufen, klären Sie am besten im Scoping mit dem Integrator.

Wie hängen Odoo Vertrieb und Rechnungsstellung mit der österreichischen E-Rechnung zusammen?

Der Auftrag wird in Odoo zur Rechnung weitergeführt, deshalb sollte die E-Rechnung schon bei der Vertriebsplanung mitgedacht werden. Welche Formate und Übermittlungswege Ihre Kunden verlangen, legen Sie vor dem Projekt mit Integrator und Steuerberater fest. Hintergründe finden Sie in unserem Beitrag zur E-Rechnung in Österreich.

Zählen Kunden im Portal als bezahlte Odoo-Benutzer?

Nein. Bezahlte Benutzer sind laut Odoo jene mit Backend-Zugriff; Portalbenutzer wie Kunden oder Lieferanten werden nicht als bezahlte Benutzer gezählt. Das ist für Vertriebsteams relevant, die Kunden Angebote online einsehen oder bestätigen lassen wollen.

Wann ist ein externes CRM neben Odoo sinnvoller?

Etwa wenn Ihr Vertrieb ein spezialisiertes CRM täglich nutzt und stark davon abhängt, oder wenn Marketing und Vertrieb bereits auf einer anderen Plattform arbeiten. Dann stellt sich die Frage nach der Anbindung; der externe API-Zugriff gehört bei Odoo zur Formel Custom. Ein Integrator bewertet, ob die Schnittstelle oder der Wechsel ins Odoo CRM weniger Aufwand bedeutet.

Quellen

  1. Odoo – Dokumentation 19.0, Anwendungen
  2. Odoo – Preise
  3. Odoo – Preise (Deutsch)

Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.