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Business Central oder etwas anderes? Alternativen im Überblick

Die Alternative zu Business Central hängt von Branche, Größe und Steuerberater-Umfeld ab. Hier lesen Sie, wann Business Central passt und wann Odoo, SAP Business One, BMD oder NetSuite näherliegen.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026

Wer eine Alternative zu Business Central sucht, hat meist einen konkreten Anlass: Die Lizenzstruktur ist unklar, die Branchenanforderungen sind speziell, der Steuerberater arbeitet mit einer anderen Software, oder das bisherige System stößt an Grenzen. Diese Seite hilft Ihnen einzuordnen, wann Business Central tatsächlich die richtige Wahl ist und wann ein Business-Central-Konkurrent besser zu Ihrem österreichischen Betrieb passt.

Wir sind keinem Hersteller verbunden. Wir vermitteln Sie an Integratoren, die das Projekt umsetzen. Entsprechend bewerten wir die Systeme neutral und ohne Rangliste: Ein „bestes ERP“ gibt es nicht, nur eines, das zu Ihren Prozessen passt.

Wann Business Central die richtige Wahl ist

Microsoft Dynamics 365 Business Central ist ein Cloud-ERP für kleine und mittlere Unternehmen. Es lohnt sich besonders in diesen Situationen:

  • Ihr Unternehmen arbeitet ohnehin mit Microsoft. Outlook, Excel, Teams und Microsoft 365 sind im Alltag gesetzt. Nach Microsofts Lizenzdokumentation können Microsoft-365-Nutzer Business-Central-Daten in Teams einsehen, wenn Datensätze mit ihnen geteilt werden – mit ihrer Microsoft-365-Lizenz allein.
  • Sie brauchen einen breiten Funktionsumfang aus einer Hand. Beide bezahlten Editionen umfassen laut Microsoft Finanzen, Verkauf und Marketing, Einkauf, Lager, Lieferkettenplanung, Projektverwaltung und Lagerverwaltung, dazu mehrere Mandanten und Umgebungen sowie Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit.
  • Fertigung oder Serviceaufträge gehören dazu. Die Fertigung und die Serviceauftragsverwaltung sind nach Microsofts Angaben der Premium-Edition vorbehalten. Details dazu finden Sie unter Versionen und Editionen von Business Central.
  • Sie möchten einen etablierten Partnermarkt nutzen. Microsoft liefert die Lokalisierung für Österreich direkt aus. Für Länder ohne eigene Lokalisierung gibt es Apps von Partnern im Marketplace – für Sie als österreichischen Betrieb ein Pluspunkt, weil die Grundlage nicht erst über Drittanbieter zugekauft werden muss.

Wie die Lösung in Ihrem Umfeld aussieht, beschreibt die Seite Business Central in Österreich.

Wann Sie sich nach einer Alternative umsehen sollten

Business Central ist kein Allheilmittel. Folgende Konstellationen sprechen dafür, ernsthaft zu vergleichen:

  1. Lizenzmodell und Benutzerrollen passen nicht zu Ihrer Belegschaft. Microsoft unterscheidet Essentials, Premium, Team Member und External Accountant. Team-Member-Nutzer greifen nur auf die in ihrer Lizenz vorgesehenen Objekte zu, auch wenn der Administrator weitergehende Berechtigungen vergibt. Wer viele Gelegenheitsnutzer hat, sollte die Kombination früh durchrechnen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Business-Central-Preisen.
  2. Der Steuerberater setzt auf BMD. In Österreich ist die enge Verbindung zwischen Unternehmen und Steuerberatung ein echtes Auswahlkriterium. Wenn Buchhaltung und Lohn ohnehin im BMD-Umfeld laufen, ist das ein Argument, das ERP-Konzept darum herum zu denken.
  3. Sie wünschen sich ein offenes, modular wachsendes System. Hier kommt Odoo ins Spiel, das Sie App für App einführen können.
  4. Ihre Struktur ist international und mehrstufig. Für wachsende Gruppen mit mehreren Gesellschaften und Währungen rückt Oracle NetSuite in den Blick.
  5. Sie sind bereits im SAP-Umfeld. Ein Betrieb mit SAP-Erfahrung in Konzern oder Lieferkette schaut oft zu SAP Business One.

Die Alternativen im Überblick

Odoo

Odoo ist ein modulares ERP mit Open-Source-Wurzeln. Betriebe starten oft mit einzelnen Apps wie Verkauf, Lager oder Buchhaltung und erweitern später. Der Reiz liegt in der Flexibilität und der Möglichkeit, Prozesse schrittweise einzuführen. Zu beachten: Der Funktionsumfang und die österreichischen Besonderheiten hängen stark von der Umsetzung durch den Integrator ab. Den direkten Vergleich finden Sie unter Odoo vs. Business Central.

SAP Business One

SAP Business One richtet sich an kleinere und mittlere Unternehmen mit klassischen Handels-, Logistik- und Fertigungsprozessen. Es kommt vor allem dann infrage, wenn Ihr Umfeld bereits SAP-geprägt ist, etwa weil ein Mutterkonzern oder wichtige Kunden SAP einsetzen. Eine ausführliche Gegenüberstellung bietet SAP Business One vs. Business Central.

BMD

BMD ist eine österreichische Lösung, die traditionell stark von Buchhaltung, Lohnverrechnung und der Zusammenarbeit mit Steuerberatern geprägt ist. Für Betriebe, die ihre Kanzlei fest eingebunden haben, ist das oft ein praktischer Vorteil: gleiche Begriffe, gleiche Abläufe, kurze Wege. Je nach Branche und Prozesstiefe kann BMD das Hauptsystem sein oder gemeinsam mit einem anderen ERP laufen.

Oracle NetSuite

Oracle NetSuite ist ein reines Cloud-ERP, das häufig bei wachsenden Unternehmen mit mehreren Gesellschaften, internationalem Geschäft und Bedarf an einer zentralen Plattform betrachtet wird. Für kleinere Betriebe mit überschaubarer Struktur ist es meist nicht der erste Kandidat. Ein Vergleich mit Business Central steht im Beitrag NetSuite vs. Business Central.

Synthese: Business Central und seine Alternativen

Die folgende Tabelle ist eine qualitative Orientierung, keine Bewertung mit Noten. Im Einzelfall entscheidet der Prozessumfang.

Kriterium Business Central Odoo SAP Business One BMD Oracle NetSuite
Typische Unternehmensgröße kleine bis mittlere Unternehmen kleine bis mittlere Unternehmen, auch schrittweise wachsend kleine bis mittlere Unternehmen kleine bis mittlere Betriebe, oft mit Steuerberater-Anbindung mittlere, wachsende und internationale Unternehmen
Betriebsmodell Cloud, Hosting-Fragen siehe Hosting und Cloud je nach Umsetzung Cloud oder eigener Betrieb je nach Umsetzung Cloud oder eigener Betrieb in Österreich verbreitet, Betrieb je nach Anbieter Cloud
Stärken Microsoft-Umfeld, breiter Funktionsumfang Modularität, Flexibilität Handel, Logistik, SAP-Umfeld Buchhaltung, Lohn, Steuerberater Mehrgesellschaften-Struktur, Konzernberichte
Typische Branchen Dienstleistung, Handel, Produktion, Logistik breit, von Handel bis E-Commerce Handel, Produktion Dienstleister, Handel, Bau Handel, E-Commerce, Dienstleister
Partnerlandschaft großer Microsoft-Partnermarkt Integratoren mit unterschiedlicher Tiefe SAP-Partnernetz Fachpartner und Steuerberater spezialisierte Partner
Österreich-Bezug Lokalisierung von Microsoft direkt geliefert Anpassung an österreichische Anforderungen durch den Integrator Anpassung durch den Partner gewachsen in Österreich Anpassung durch den Partner

Microsoft nennt als Kundenbranchen von Business Central unter anderem Dienstleistungen, Konsumgüter, Produktion, Handel, Gesundheitswesen, Gastgewerbe, Transport und Logistik sowie Finanzen. Das heißt nicht, dass jede Branche gleich gut abgedeckt ist, sondern dass die Plattform breit eingesetzt wird.

Auf diese Fragen sollten Sie in Österreich zuerst antworten

Bevor Sie Systeme vergleichen, klären Sie die Anforderungen, die in Österreich nicht verhandelbar sind. Sie wirken oft stärker auf die Auswahl als jede Funktionsliste.

E-Rechnung und Belegfluss

Wenn Sie Rechnungen an öffentliche Auftraggeber oder im Geschäftsverkehr elektronisch verarbeiten, muss das ERP die gängigen Formate erzeugen und lesen können. Fragen Sie jeden Integrator, wie die E-Rechnung im konkreten System umgesetzt ist, ob sie Standard ist oder über eine Zusatzapp läuft. Hintergründe liefert unser Beitrag zur E-Rechnung im ERP.

Registrierkasse und RKSV

Betriebe mit Barumsätzen, etwa im Handel oder in der Gastronomie, müssen die Registrierkassenpflicht beachten. Prüfen Sie, ob Ihr ERP die Kasse einbindet oder ob eine getrennte Kassenlösung angeschlossen wird. Das ist selten ein Ausschlusskriterium, aber ein Kostenfaktor. Mehr dazu im Ratgeber zur Registrierkasse und RKSV im ERP.

Lohn und Personal

Die österreichische Lohnverrechnung hat ihre Eigenheiten. Hier kann BMD punkten, weil es traditionell darauf ausgerichtet ist. Bei anderen Systemen hängt es davon ab, ob Sie die Lohnverrechnung im ERP führen, extern lassen oder über eine Schnittstelle anbinden. Für Business Central beschreibt das die Seite Lohn und Personal.

Steuerberater und Datenaustausch

Fragen Sie Ihren Steuerberater früh, womit er am liebsten arbeitet und welche Schnittstellen er akzeptiert. Ein ERP, das hervorragend zu Ihren Prozessen passt, aber den Datenaustausch mit der Kanzlei erschwert, erzeugt dauerhaft Mehraufwand.

Ihr Bundesland und Ihr Integrator

Ob Wien, Oberösterreich, Steiermark oder Tirol: Die Verfügbarkeit von Integratoren mit Branchenerfahrung unterscheidet sich je nach Region und System. Ein guter Partner in Ihrer Nähe, der Ihre Branche kennt, ist oft wichtiger als der letzte Funktionsvorsprung eines Produkts. Wie Sie vorgehen, steht im Beitrag Integrator für Business Central wählen.

Kosten richtig vergleichen

Preise sind der häufigste Grund für die Suche nach einer Alternative und zugleich die häufigste Fehlerquelle beim Vergleich. Microsoft nennt für Business Central folgende Listenpreise auf der US-Seite, jeweils pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung:

Lizenz Preis (US-Seite)
Essentials 80 USD
Premium 110 USD
Team Members 8 USD

Microsoft weist darauf hin, dass die angezeigten Preise je nach Währung, Land und regionaler Variante vom tatsächlichen Katalogpreis abweichen können; der endgültige Preis erscheint erst beim Bezahlen. Für Österreich in Euro gilt also: erst beim Anbieter oder Integrator ein Angebot einholen.

Beim Vergleich mit anderen Systemen achten Sie auf:

  • Lizenz- oder Abomodell und die Frage, welche Nutzerarten es gibt,
  • Einführungsaufwand je nach Umfang der Anpassung,
  • Schnittstellen zu Shop, Kasse, Lohn und Steuerberater,
  • Schulung, Betrieb und Support nach dem Start.

Rechnen Sie nie nur mit der Lizenz. Eine günstige Software mit hohem Anpassungsbedarf kann teurer sein als ein vermeintlich teures System, das Ihre Prozesse schon abdeckt. Allgemeine Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber zu ERP-Kosten.

So gehen Sie bei der Entscheidung vor

  1. Prozesse beschreiben. Halten Sie fest, wie Angebot, Auftrag, Einkauf, Lager, Fertigung und Buchhaltung bei Ihnen laufen. Ein Lastenheft muss nicht perfekt sein, aber es verhindert Missverständnisse.
  2. Pflichtanforderungen trennen von Wünschen. E-Rechnung, Registrierkasse und Lohn sind Pflicht, ein hübsches Dashboard ist Wunsch.
  3. Zwei bis drei Systeme in die engere Wahl nehmen. Mehr Optionen verlängern die Auswahl, ohne sie besser zu machen.
  4. Integratoren statt Hersteller befragen. Das Projekt macht der Integrator. Lassen Sie sich Referenzen aus Ihrer Branche nennen und Vorgehen sowie Verantwortlichkeiten erklären.
  5. Gesamtkosten vergleichen. Lassen Sie Angebote nach gleichem Umfang kalkulieren.

Wenn Sie nicht wissen, ob Business Central oder eine Alternative zu Ihrem Betrieb passt, schildern Sie uns Ihr Vorhaben. Wir stellen den Kontakt zu passenden Integratoren her, die Ihre Branche und Ihre Anforderungen in Österreich kennen; wie das abläuft, steht unter So funktioniert es.

Häufige Fragen

Welche Alternative zu Business Central passt zu einem österreichischen KMU?

Das hängt von Ihrem Schwerpunkt ab. Odoo überzeugt, wenn Sie modular und flexibel starten möchten, SAP Business One bei klassischem Handel und Produktion mit SAP-Umfeld, BMD bei Buchhaltung, Lohn und enger Abstimmung mit dem Steuerberater. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, entscheidend ist Ihr Prozessbild.

Wer sind die wichtigsten Business-Central-Konkurrenten?

Auf dieser Plattform sind es Odoo, SAP Business One, BMD und Oracle NetSuite. Sie unterscheiden sich vor allem in Zielgröße, Betriebsmodell und Partnerlandschaft. Business Central selbst ist ein Cloud-ERP von Microsoft, das viele Unternehmen wegen der Nähe zu Microsoft 365 und Teams in die engere Wahl nehmen.

Ist BMD eine Alternative oder eine Ergänzung zu Business Central?

Beides kommt vor. BMD ist eine in Österreich gewachsene Lösung mit starkem Bezug zu Buchhaltung, Lohnverrechnung und Steuerberatern. Manche Betriebe führen BMD als Hauptsystem, andere ergänzen ein ERP um BMD-Teile oder binden es über Schnittstellen an. Das sollte ein Integrator anhand Ihrer Prozesse beurteilen.

Kostet eine Alternative weniger als Business Central?

Nicht automatisch. Lizenzpreise sind nur ein Teil der Gesamtkosten, hinzu kommen Einführung, Anpassungen, Schnittstellen, Schulung und Betrieb. Bei Business Central nennt Microsoft für Essentials 80 USD pro Benutzer und Monat, für Premium 110 USD, jährlich abgerechnet; der Preis in Österreich kann abweichen. Vergleichen Sie immer die Gesamtkosten über den Nutzungszeitraum.

Wie finde ich heraus, ob ich Business Central oder eine Alternative brauche?

Schreiben Sie Ihre wichtigsten Prozesse und Pflichtanforderungen auf, etwa E-Rechnung, Registrierkasse, Lohn oder Fertigung, und lassen Sie sich von zwei oder drei Integratoren dazu beraten. Unser Service stellt den Kontakt zu passenden Integratoren kostenlos her, die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

Quellen

  1. Microsoft – Business Central Preise
  2. Microsoft Learn – Lokalisierung von Business Central

Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.