Der Hersteller liefert die Software, doch ob Ihr Projekt gelingt, entscheidet sich beim BMD-Integrator. Er übersetzt Ihre Abläufe in Konfiguration, holt Daten aus dem Altsystem, schließt Schnittstellen an und steht auch nach dem Start bereit. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie einen geeigneten BMD-Partner in Österreich erkennen, welche Fragen im ersten Gespräch zählen und woran Sie schwache Angebote bemerken.
Wer ist bei BMD Hersteller, wer Integrator?
BMD ist ein österreichischer Hersteller mit Sitz in Steyr. Das Unternehmen entwickelt Software für Buchhaltung, Lohn, Fakturierung und ERP und gibt an, mehr als 30 000 Kunden im deutschsprachigen Raum zu haben. Die Einführung vor Ort übernimmt je nach Konstellation der Hersteller selbst oder ein Partnerbetrieb. Für Sie als Kunde ist wichtig, dass Sie vor der Unterschrift wissen, wer welchen Teil verantwortet: Analyse, Konfiguration, Datenübernahme, Schulung, Go-live und späteren Support.
Wenn Sie noch am Anfang stehen, hilft ein Blick auf die Einführung von BMD und auf die Module im Überblick. Dann können Sie Gespräche mit Integratoren gezielter führen.
Wie ordnet BMD seine Partner ein?
BMD unterscheidet seine Partner nach Kategorien, nicht nach Gold-, Silber- oder Bronze-Stufen. Auf der Partnerseite des Herstellers sind genannt:
| Kategorie | Wofür sie steht | Was das für Ihre Auswahl bedeutet |
|---|---|---|
| Schnittstelle | Anbindung externer Programme | Wichtig, wenn Kasse, Lager oder Fachanwendung Daten liefern |
| Systempartner | Hardware und Infrastruktur | Relevant für Server, Netzwerk und Betrieb |
| Konverter | Datenumwandlung | Hilfreich bei der Übernahme aus Altsystemen |
| Webshop | E-Commerce-Anbindung | Nötig, wenn Bestellungen automatisch einlaufen sollen |
| Branchensoftware | Sektorspezifische Lösungen | Entscheidend, wenn Ihre Branche Sonderfunktionen braucht |
Die Partner sind laut BMD in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Tschechien und der Slowakei tätig. Für ein Unternehmen in Österreich zählt dennoch vor allem die Praxis im heimischen Umfeld. Eine Kategorie ersetzt keine Prüfung: Ein Systempartner ist nicht automatisch ein guter Projektleiter für Ihre Finanzprozesse, und ein Branchenpartner kennt vielleicht Ihr Fachgebiet, aber nicht Ihre Lohnabrechnung.
Wichtig: Wir nennen hier keine Stufen oder Zertifikate, die der Hersteller nicht öffentlich ausweist. Bitten Sie jeden Anbieter, seine Qualifikation und seinen Status gegenüber BMD schriftlich darzulegen.
Die wichtigsten Auswahlkriterien
Referenzen aus Ihrem Umfeld
Fragen Sie nach Projekten, die Ihrem ähnlich sind: gleiche Branche, vergleichbare Betriebsgröße, ähnliche Mischung aus Rechnungswesen, Lohn und Warenwirtschaft. Ein Bauunternehmen mit Baustellenabrechnung braucht andere Erfahrung als ein Großhändler mit Lagerbewegungen. Bitten Sie um ein Gespräch mit einem Kunden, den der Integrator nicht selbst ausgesucht hat – oder zumindest um Details, die sich prüfen lassen.
Prüfen Sie dabei auch, ob die branchenspezifischen Möglichkeiten von BMD zu Ihrem Geschäft passen und ob der Anbieter diese bereits eingesetzt hat.
Teamgröße und Verfügbarkeit
Ein Einzelberater kann hervorragend sein, ist aber bei Urlaub oder Krankheit ein Risiko. Fragen Sie, wer Ihr Projekt leitet, wer im Hintergrund vertritt und wie viele Personen tatsächlich BMD-Know-how haben. Wichtig ist auch, ob der Anbieter Kapazität für Ihren Zeitplan hat, bevor er zusagt.
Methode und Projektführung
Ein belastbares Vorgehen beginnt mit einer Analyse und führt über Konzept, Konfiguration, Test und Schulung zum Go-live. BMD beschreibt für sein eigenes Projektmanagement die Begleitung von der ersten Analyse bis zur Inbetriebnahme, mit Projektleitern, die international nach IPMA zertifiziert sind. Das ist ein guter Maßstab: Fragen Sie jeden Integrator, wie er Projekte strukturiert, wer die Leitung übernimmt und welche Qualifikation diese Person nachweisen kann.
Ein Anbieter, der „das machen wir einfach“ sagt und kein Vorgehen skizzieren kann, wird selten gut dokumentieren, testen und übergeben.
Support und Wartung
Nach dem Start fängt der eigentliche Betrieb an. Klären Sie, wie Anfragen eingehen, wie schnell reagiert wird, wer bei Updates hilft und was in der Wartung enthalten ist. Mehr dazu finden Sie auf der Seite zu Support und Wartung für BMD. Vereinbaren Sie Erreichbarkeit und Eskalationswege schriftlich, besonders vor Monats- und Jahresabschluss.
Nähe und Erreichbarkeit
Regionale Nähe ist kein Muss, aber ein Vorteil bei Workshops, Schulungen und Notfällen. Ein Betrieb in Oberösterreich, der Sie in Vorarlberg betreut, kann gut funktionieren, wenn Remote-Arbeit und Vor-Ort-Termine klar geregelt sind. Fragen Sie nach Reisekosten, Vor-Ort-Tagen und der Frage, wer bei Ihnen im Haus tätig wird.
Schnittstellen und Eigenentwicklung
Viele Projekte scheitern nicht an der Kernsoftware, sondern an Randbereichen: Kasse, Zeiterfassung, Webshop, Bank oder Fachanwendungen. Lassen Sie den Anbieter erklären, wie er Schnittstellen zu BMD umsetzt und wann er Anpassungen empfiehlt oder davon abrät. Zusätzliche Individualentwicklung sollte begründet, abgegrenzt und dokumentiert sein.
Österreichische Besonderheiten im Auswahlgespräch
Ein guter Integrator kennt die Anforderungen, die in Österreich Alltag sind, und spricht sie von selbst an:
- Steuerberater-Zusammenarbeit: Viele Betriebe tauschen Daten mit ihrer Kanzlei aus. Klären Sie, wie Belege, Buchungen und Abschlüsse übergeben werden.
- E-Rechnung: Wer an öffentliche Auftraggeber liefert oder künftig strukturierte Rechnungen austauschen möchte, sollte den Stand der Umsetzung kennen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur E-Rechnung in Österreich.
- Registrierkasse und RKSV: Gastronomie, Handel und Dienstleister mit Barumsätzen brauchen eine saubere Anbindung. Details im Beitrag zur Registrierkassenpflicht.
- Lohn und Personal: Österreichische Lohnverrechnung ist eigenständig. Prüfen Sie, ob der Anbieter praktische Erfahrung damit hat, auch im Zusammenspiel mit Lohn und Personal in BMD.
- Bundesländer: Je nach Standort unterscheiden sich Förderangebote, Branchenstruktur und Partnerdichte. Eine Übersicht bietet die Seite Integratoren nach Bundesland.
Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
Stellen Sie allen Kandidaten dieselben Fragen und halten Sie die Antworten schriftlich fest. So lassen sich Aussagen später vergleichen.
- Welche Projekte ähnlich dem unseren haben Sie begleitet, und was ist daraus geworden?
- Wer leitet unser Projekt, wer vertritt, und wer arbeitet tatsächlich an der Konfiguration?
- Wie gehen Sie bei der Analyse vor, und was liefern Sie als Ergebnis?
- Wie übernehmen Sie Altdaten, und wer prüft deren Qualität? (Siehe auch Migration zu BMD.)
- Was ist im Angebot enthalten, was ausdrücklich nicht?
- Wie läuft die Schulung ab, und für welche Rollen? Hintergründe auf der Seite zur Schulung für BMD.
- Wie ist der Support nach dem Start organisiert?
- Was passiert, wenn Termine oder Umfang kippen? Wie werden Änderungen entschieden und abgerechnet?
- Wer hostet das System, und was gilt für Datenschutz und Datensicherung? Dazu passt die Seite BMD in der Cloud.
- Wie sieht die Übergabe aus, wenn wir später den Partner wechseln wollen?
Die letzte Frage zeigt schnell, wie offen ein Anbieter mit Dokumentation umgeht. Wer sie souverän beantwortet, hat in der Regel nichts zu verbergen.
Warnsignale bei der Anbieterwahl
Nicht jedes Warnsignal bedeutet ein Aus, aber mehrere zusammen sollten Sie vorsichtig machen:
- Pauschale Versprechen zu Dauer oder Kosten, noch bevor Ihre Abläufe bekannt sind.
- Keine Referenzen oder nur solche, die sich nicht prüfen lassen.
- Unklare Zuständigkeiten: Niemand will für Datenübernahme, Schnittstellen oder Schulung geradestehen.
- Druck zum schnellen Abschluss, etwa mit befristeten Rabatten.
- Fehlende Dokumentation: Es gibt weder Konzept noch Testprotokoll noch Übergabe.
- Alles ist möglich: Wer jede Sonderwunschliste ohne Rückfrage zusagt, verschiebt das Risiko auf Sie.
- Keine Aussage zum Betrieb nach dem Go-live.
- Abhängigkeit durch Intransparenz: Zugänge, Konfiguration und Wissen bleiben beim Anbieter.
Hat ein Projekt bereits begonnen und läuft schlecht, kann ein Audit und eine Projektübernahme helfen, den Stand nüchtern zu bewerten, bevor Sie weiter investieren.
Angebote richtig vergleichen
Ein Preisvergleich ohne gleiche Grundlage führt in die Irre. Gehen Sie so vor:
- Einheitliche Beschreibung: Geben Sie allen Anbietern dieselbe Beschreibung von Umfang, Nutzern, Standorten, Schnittstellen und Branche. Ein Lastenheft schafft diese Grundlage.
- Aufschlüsselung verlangen: Analyse, Konfiguration, Datenübernahme, Schnittstellen, Schulung, Projektleitung, Go-live-Begleitung und Support sollten getrennt ausgewiesen werden.
- Annahmen lesen: Welche Mitwirkung erwartet der Anbieter von Ihnen? Welche Aufwände sind geschätzt, welche fix?
- Abgrenzungen prüfen: Was gilt als Änderungswunsch und wird gesondert berechnet?
- Laufende Kosten einbeziehen: Lizenzen, Wartung, Hosting und Support gehören zur Gesamtbetrachtung. Wie sich diese Posten zusammensetzen, erläutert die Seite zu den Preisen von BMD.
| Vergleichspunkt | Worauf Sie achten |
|---|---|
| Umfang | Deckt das Angebot Ihre Prozesse vollständig ab? |
| Aufwandsmodell | Festpreis, Aufwand oder Mischform – und mit welchen Grenzen? |
| Verantwortung | Wer haftet für Daten, Termine und Ergebnisse? |
| Projektteam | Namen, Rollen und Qualifikation statt allgemeiner Zusagen |
| Betrieb | Support, Updates, Erreichbarkeit, Eskalation |
| Ausstieg | Dokumentation und Übergabe bei Anbieterwechsel |
Lassen Sie sich Zahlen nicht allein auf Basis eines Telefonats nennen. Seriöse Aussagen entstehen erst, wenn der Umfang bekannt ist.
Wann sich ein Blick über BMD hinaus lohnt
Nicht jedes Unternehmen ist bei BMD am besten aufgehoben. Wenn Sie internationale Strukturen, komplexe Fertigung oder eine ganz andere Systemlandschaft haben, lohnt der Vergleich mit anderen Lösungen. Orientierung geben unsere Beiträge zu Alternativen zu BMD und zur ERP-Auswahl. Auch ein Blick auf Odoo oder Microsoft Dynamics 365 Business Central kann sinnvoll sein, wenn Ihre Anforderungen über die klassische Buchhaltung hinausgehen. Wir sind neutral und mit keinem Hersteller verbunden.
So hilft Ihnen unser Service
Die Suche nach einem Integrator kostet Zeit: Angebote einholen, Referenzen prüfen, Gespräche führen. Wir nehmen Ihnen den ersten Schritt ab. Sie schildern uns kurz Ihr Vorhaben, wir stellen Ihnen einen passenden Integrator vor. Der Service ist für Sie kostenlos. Das Projekt führt anschließend der Integrator; Vertrag und Preise vereinbaren Sie direkt mit ihm.
So läuft das im Einzelnen ab, steht unter So funktioniert es. Wer die Suche zuerst allgemein angehen möchte, findet im Beitrag ERP-Integrator finden weitere Hinweise.
Checkliste vor der Entscheidung
- Referenzen aus vergleichbarem Umfeld liegen vor und wurden geprüft.
- Projektleitung, Vertretung und Rollen sind namentlich benannt.
- Die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater ist geklärt.
- Österreichische Anforderungen wie E-Rechnung, RKSV und Lohnverrechnung wurden angesprochen.
- Angebote sind aufgeschlüsselt und auf gleicher Grundlage vergleichbar.
- Support, Wartung und Übergabe sind schriftlich geregelt.
- Ihr Bauchgefühl passt: Der Anbieter hört zu, widerspricht, wenn nötig, und verspricht nichts, was er nicht halten kann.
Ein guter BMD-Integrator zeigt sich weniger im ersten Angebot als in den Rückfragen davor.
Häufige Fragen
Was macht ein BMD-Integrator genau?
Ein BMD-Integrator analysiert Ihre Abläufe, konfiguriert die Software, übernimmt Altdaten, bindet Schnittstellen an und begleitet Schulung und Go-live. Danach ist er in der Regel Ansprechpartner für Support und Weiterentwicklung. Die Software selbst stammt vom Hersteller in Steyr, das Projekt führt der Integrator.
Gibt es offizielle Partnerstufen bei BMD?
BMD gliedert seine Partner nach Kategorien, nicht nach einer einfachen Rangliste. Genannt werden Schnittstelle, Systempartner, Konverter, Webshop und Branchensoftware. Für ein Einführungsprojekt zählt weniger das Etikett als der nachweisbare Bezug zu Ihrem Anwendungsfall – fragen Sie nach konkreten Referenzen.
Muss mein Steuerberater beteiligt sein?
Nicht zwingend, aber sehr oft sinnvoll. Viele österreichische Kanzleien arbeiten selbst mit BMD und erwarten bestimmte Exporte, Kontenpläne und Abläufe. Klären Sie früh, welche Rolle der Steuerberater im Projekt spielt, damit Buchhaltung und Abschluss nach dem Start reibungslos laufen.
Wie vergleiche ich Angebote verschiedener BMD-Partner?
Legen Sie allen Anbietern dieselbe Beschreibung des Umfangs vor und vergleichen Sie Leistungsumfang, Annahmen, Abgrenzungen und Betreuung nach dem Start. Ein niedriger Gesamtpreis ist wenig wert, wenn Datenübernahme, Schulung oder Schnittstellen nicht enthalten sind. Lassen Sie Aufwände nachvollziehbar nach Leistungen aufschlüsseln.
Kostet Ihre Vermittlung etwas?
Nein. Unser Service ist für Unternehmen kostenfrei. Wir stellen Ihnen auf Basis Ihrer Anfrage einen passenden Integrator vor; das Projekt, der Vertrag und die Preise liegen anschließend allein zwischen Ihnen und dem Integrator. Wir sind mit keinem Hersteller verbunden.
Quellen
- BMD – Unternehmensseite
- BMD – Partner und Lösungen
- BMD – Referenz Optimus Tower (Projektmanagement)
Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.