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Support und Wartung für BMD: wer was übernimmt

BMD Support ist in Österreich auf mehrere Schultern verteilt: Hotline des Herstellers, Betreuung durch den Systempartner, Wartung der Version. Hier die Abgrenzung.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026

Wer BMD einsetzt, stellt sich nach dem Echtstart schnell dieselbe Frage: An wen wende ich mich, wenn etwas nicht läuft, wenn ein Gesetz sich ändert oder wenn eine Auswertung fehlt? Beim BMD Support gibt es nicht die eine Anlaufstelle. Der Hersteller, Ihr Systempartner und Ihre eigene IT teilen sich die Aufgaben. Diese Seite zeigt, wie die Verantwortung sinnvoll verteilt wird, was BMD Wartung konkret umfasst und was eine TMA für BMD (laufende Anwendungsbetreuung) über den Standard hinaus leistet.

Die drei Ebenen des BMD Supports

Hilfreich ist die Trennung in drei Ebenen. Sie verhindert, dass Störungen zwischen Hersteller und Partner hin- und hergeschoben werden.

Ebene Zuständig Typische Themen
Produktsupport BMD als Hersteller Bedienfragen, Fehler in der Standardsoftware, Gesetzesänderungen, Versionsfragen
Applikationssupport und TMA Systempartner Ihre Konfiguration, Berechtigungen, Auswertungen, Prozessanpassungen, Schulung neuer Mitarbeiter
Betrieb und Infrastruktur Ihre IT oder ein Hosting-Dienstleister Server, Datensicherung, Netzwerk, Datenbank, Zugriffe

Gerade die dritte Ebene wird oft vergessen. Läuft BMD bei Ihnen auf eigenen Servern, liegt die Verantwortung für Sicherung und Speicher bei Ihnen. Bei einem Betrieb im Rechenzentrum verschiebt sie sich zum Anbieter; mehr dazu auf der Seite zu BMD in der Cloud und im Hosting.

Was der Hersteller leistet

BMD sitzt in Steyr und beschreibt sich selbst als Anbieter mit mehr als 30 000 Kunden im DACH-Raum. Der Support ist entsprechend breit aufgestellt: Laut Herstellerangabe arbeiten etwa 500 zertifizierte Support-Mitarbeiter für die Kunden, von denen mehr als 150 qualifizierte Personen täglich an der Hotline erreichbar sind.

Wichtige Rahmendaten, die Sie in Ihre Planung übernehmen sollten:

  • Hotline: montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten und über Mittag steht ein Anrufbeantworter zur Verfügung.
  • Selbsthilfe: der Chatbot BMD Fox ist rund um die Uhr verfügbar, dazu kommen technische Dokumentationen und Videos je Modul.
  • Fernwartung: die Hotline kann sich über LogMeIn Rescue auf Ihren Arbeitsplatz aufschalten und das Problem gemeinsam mit Ihnen ansehen.

Für ein Unternehmen mit Lohnverrechnung zum Monatsende oder Umsatzsteuervoranmeldung zum Stichtag heißt das: Die Servicezeiten der Hotline decken nicht jede Arbeitszeit ab. Wer am Freitagnachmittag oder am Wochenende abrechnet, sollte wissen, wer dann erreichbar ist.

Was der Hersteller nicht übernimmt

Der Produktsupport kennt die Standardsoftware, aber nicht Ihre Organisation. Folgendes liegt in der Regel außerhalb:

  • Umbau von Kontenplänen, Kostenstellenstrukturen oder Freigabeworkflows nach einer Reorganisation
  • Anbindung von Webshop, Kassensystem, Zeiterfassung oder Branchenlösung (siehe Schnittstellen zu BMD)
  • eigene Programmierungen und Sonderlisten (siehe Individualentwicklung für BMD)
  • Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen, wofür es Schulungen zu BMD gibt

Ohne einen Partner, der Ihre Einrichtung kennt, bleibt bei jedem solchen Thema ein Mitarbeiter in der Fachabteilung hängen, der „halt ein bisschen BMD kann“. Das ist die häufigste Quelle für Wissensverlust, sobald diese Person das Unternehmen verlässt.

Was der Systempartner leistet

Der Systempartner, den Sie mit der Einführung von BMD beauftragt haben, kennt Ihre Mandanten, Ihre Schnittstellen und Ihre Altlasten. Sein Auftrag nach dem Echtstart gliedert sich in drei Bereiche:

  1. Applikationssupport: Er nimmt Störungen entgegen, grenzt ein, ob es sich um einen Bedienfehler, einen Konfigurationsfehler oder einen Produktfehler handelt, und gibt Letzteres an den Hersteller weiter.
  2. TMA (Applikationsbetreuung): Er betreut das System laufend: Benutzer und Rechte, Auswertungen, kleine Anpassungen, Pflege der Stammdaten-Regeln, Begleitung von Prüfungen durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer.
  3. Weiterentwicklung: Neue Module, geänderte Prozesse oder zusätzliche Standorte werden als eigenes Projekt oder aus einem Kontingent abgewickelt.

Wichtig für die Praxis: Eine TMA ist kein Ersatz für Projektarbeit. Wer jede größere Änderung in den laufenden Betreuungsvertrag packt, bekommt am Ende weder Planbarkeit noch saubere Dokumentation.

Updates und Versionspflege

Die Pflege der Version ist der Teil der BMD Wartung, der sich am wenigsten verschieben lässt, weil er an Gesetze und Fristen gekoppelt ist. Drei Dinge sollten Sie wissen.

Versionsnummer lesen. Die NTCS-Nummer, etwa 2026.29.01.57, besteht aus Kalenderjahr, interner Hauptversion, Kalenderwoche der Erstellung und Patchnummer. Damit erkennen Sie auf einen Blick, wie alt ein Stand ist.

Zwei Kanäle. BMD NTCS wird in den Kanälen Stable und Latest ausgeliefert. Stable enthält Fehlerbehebungen und gesetzliche Änderungen, Latest zusätzlich neue Funktionen. Beide sind für den Produktivbetrieb getestet und freigegeben. Für Buchhaltung und Lohn, wo Stabilität zählt, ist Stable meist die ruhigere Wahl; wer neue Funktionen früh nutzen will, kann Latest vereinbaren. Vertiefung bei den BMD-Versionen und -Editionen.

Ablauf. Nur die Patchnummer lässt sich über WebUpdate einspielen. Eine größere Aktualisierung wird auf dem BMD-Server installiert und verlangt einen aktuellen Lizenzschlüssel, eine vollständige Sicherung der Datenbank und etwa 10 GB freien Speicherplatz. Die Arbeitsplätze ziehen sich die neue Version beim ersten Start automatisch. Das klingt einfach, ist aber nur so sicher wie Ihre Sicherung und Ihre Testumgebung.

Dazu kommt das Jahresupdate, das BMD jeweils zum Jahresende veröffentlicht. Details und der Zeitplan der NTCS-Updates stehen in einem Kundenportal mit Zugangsdaten. Klären Sie intern, wer dort Zugang hat. Fällt der einzige Login mit einer Mitarbeiterin aus dem Unternehmen, fehlt Ihnen zum Jahreswechsel genau die Information, die Sie brauchen.

Viele Anpassungen hängen am Gesetz, etwa bei der elektronischen Rechnung. Wie das Zusammenspiel mit Ihrer Buchhaltung aussieht, beschreibt der Ratgeber zur E-Rechnung in Österreich.

Verträge und Servicelevel: was Sie verlangen sollten

Ein Wartungsvertrag ist nur so gut wie seine Messbarkeit. „Support nach Bedarf“ ist eine Absichtserklärung, kein Vertrag. Achten Sie auf diese Punkte:

Punkt Worauf Sie achten
Servicezeiten Wann ist der Partner erreichbar, auch zu Monats- und Jahresende?
Reaktionszeit Nach Dringlichkeit gestaffelt, schriftlich festgelegt
Störungsklassen Wer entscheidet, ob ein Ausfall kritisch ist: Sie oder der Partner?
Stundenkontingent Verfall, Übertragbarkeit, Abrechnung nach Aufwand oder Pauschale
Updates Wer plant, testet und installiert; was kostet das gesondert?
Vertretung Gibt es eine Zweitperson, die Ihr System kennt?
Dokumentation Wer pflegt sie, und gehört sie Ihnen?
Kündigung Fristen, Übergabeunterstützung, Zugriff auf Konfiguration

Verlangen Sie außerdem, dass Anfragen in einem Ticketsystem geführt werden. Ohne Ticketverlauf können Sie weder die Qualität beurteilen noch bei einem Wechsel nachweisen, welche Themen offen sind.

Was Sie im Budget vorsehen sollten

Konkrete Beträge hängen von Modulen, Benutzerzahl und Betriebsform ab und lassen sich seriös nur im Angebot ermitteln. Planen Sie aber diese Positionen getrennt ein, damit nichts im Betrieb zwischen Abteilungen hängen bleibt:

  • Wartungsgebühren für die Software beim Hersteller
  • Betreuungsvertrag oder Stundenkontingent beim Systempartner
  • Aufwand für Updates und vorherige Tests, besonders zum Jahreswechsel
  • Infrastruktur und Datensicherung, bei eigenem Betrieb in Ihrem IT-Budget
  • Schulung für neue Mitarbeitende und für neue Funktionen
  • Reserve für Weiterentwicklung, getrennt vom laufenden Support

Einen Gesamtüberblick über die Kostenstruktur finden Sie auf der Seite zu den BMD-Preisen und im allgemeinen Ratgeber zu ERP-Kosten.

Den Support-Partner wechseln

Ein Wechsel wird meist ausgelöst durch lange Antwortzeiten, wechselnde Ansprechpersonen oder einen Partner, der das Interesse am Bestandskunden verloren hat. Er ist machbar, braucht aber Vorbereitung:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Module, Mandanten, Schnittstellen und Eigenentwicklungen sind im Einsatz? Ein Audit der BMD-Installation macht das sichtbar, bevor ein neuer Partner ein Angebot abgibt.
  2. Unterlagen einfordern: Konfigurationsdokumentation, Zugangsdaten, offene Tickets, Quellen eigener Programmierungen.
  3. Übergangsphase: Alter und neuer Partner arbeiten eine Zeit lang parallel, ideal rund um eine Abrechnungsperiode, die nicht kritisch ist.
  4. Neuen Partner prüfen: Referenzen, Branchenerfahrung und Erreichbarkeit in Ihrem Bundesland sind wichtiger als der Preis pro Stunde. Kriterien dazu stehen in Den passenden BMD-Partner wählen.

Lizenz und Daten gehören Ihnen. Ein seriöser Partner gibt sie ohne Druck heraus. Verweigert ein Dienstleister die Übergabe, ist das bereits ein Befund über die Qualität der bisherigen Zusammenarbeit.

Regionale Betreuung in Österreich

BMD wird vor allem von Steuerberatungskanzleien und Unternehmen in der Region eingesetzt, und viele Prozesse laufen im Austausch mit dem Steuerberater. Das spricht für einen Partner, der Ihre Kanzlei und die lokalen Abläufe kennt. Ob dieser in Oberösterreich, in Wien oder in Vorarlberg sitzt, ist weniger wichtig als die Frage, ob er bei einem Ausfall am Tag der Lohnverrechnung tatsächlich ans Telefon geht. Wie wir bei der Suche nach so einem Partner vorgehen, erklärt So funktioniert es.

Checkliste für Ihr nächstes Support-Gespräch

  • Wer ist bei uns intern der erste Ansprechpartner für BMD, und gibt es eine Vertretung?
  • Wer hat Zugang zum Kundenportal des Herstellers?
  • Wann wurde die letzte Sicherung ausprobiert, nicht nur erstellt?
  • Gibt es eine Testumgebung für Updates?
  • Sind Eigenentwicklungen dokumentiert und übergabefähig?
  • Ist im Vertrag geregelt, was bei Ausfall zum Monatsabschluss passiert?

Wenn Sie bei mehr als einer dieser Fragen unsicher sind, lohnt sich ein Gespräch mit einem Partner, der Ihre Installation neu bewertet. Wir stellen den Kontakt kostenlos her; die Beauftragung erfolgt direkt zwischen Ihnen und dem Dienstleister.

Häufige Fragen

Was kostet der BMD Support?

Eine seriöse Pauschale lässt sich ohne Kenntnis Ihrer Module, Benutzerzahl und Betriebsform nicht nennen. Die Kosten bestehen in der Regel aus Wartungsgebühren des Herstellers und einem separaten Vertrag oder Stundenkontingent beim Systempartner. Lassen Sie beide Positionen getrennt ausweisen, damit Sie Angebote vergleichen können.

Ist die BMD Hotline für alle Anliegen zuständig?

Die Hotline klärt Anwendungs- und Produktfragen. Anpassungen an Ihre Prozesse, eigene Auswertungen oder Schnittstellen zu Drittsystemen gehören dagegen meist zum Leistungsumfang Ihres Systempartners. Klären Sie im Vertrag, wer bei einer Störung zuerst angesprochen wird.

Wie läuft ein BMD Update ab, und wer führt es durch?

Nur der Patch-Stand kann über WebUpdate eingespielt werden. Ein Versionssprung wird auf dem BMD-Server installiert und braucht einen aktuellen Lizenzschlüssel, eine vollständige Datensicherung und ausreichend freien Speicher. Viele Unternehmen lassen das vom Partner durchführen und vorher in einer Testumgebung prüfen.

Was bedeutet TMA bei BMD?

TMA steht für die laufende Anwendungsbetreuung nach dem Echtstart: Störungsbehebung, kleine Anpassungen, Pflege von Berechtigungen und Auswertungen sowie Begleitung der Updates. Beim Hersteller ist das nicht enthalten, sie wird mit dem Systempartner vereinbart.

Kann ich den Support-Partner für BMD wechseln?

Ja, die Lizenz und Ihre Daten gehören Ihnen, nicht dem Dienstleister. Entscheidend sind vollständige Dokumentation, Zugangsdaten und eine klare Übergabe offener Punkte. Ein unabhängiges Audit vor dem Wechsel zeigt, was der neue Partner übernehmen muss.

Quellen

  1. BMD – Technik und Support
  2. BMD – NTCS-Versionsupdate (technische Dokumentation)
  3. BMD – Update

Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.